Filmtipp: Tomorrow – Die Welt ist voller Lösungen

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Ein Dokumentarfilm: informiert, weckt auf, macht Mut, motiviert…und ist einfach schön!

An Tagen wie diesen, an denen Leugner des Klimawandels US-Präsidenten werden, Klimaschutzpläne gefühlt rückwärts gehen, Menschenverachtung, Frauenfeindlichkeit und Rassismus scheinbar wieder gesellschaftsfähig werden, stehe ich vor folgenden Überlegungen:
Weinen, Motor anstellen und einfach laufen lassen, weil eh alles verloren ist.
Oder: Jetzt erst recht die Welt retten!

Ich stehe ja – neben Pathos – auf Herausforderungen und letztere Option ist in meinen Augen viel cooler und (leider) nötiger denn je. Trotzdem, ich brauche einen Motivationsschub. Zeit für meinen Lieblingsfilm aus 2016: Tomorrow – Die Welt ist voller Lösungen
Eine Frage, auf die der Dokumentarfilm Antworten sucht und gibt, ist:

Wie können wir die Welt verändern – jetzt!?

Basis ist eine Studie in der Zeitschrift Nature. Diese besagt den wahrscheinlichen Zusammenbruch unserer Zivilisation in den nächsten 40 Jahren.
Wer hat es vermasselt und ist gerade voll dabei? Wir.
Horror-Szenario, da gehen erst mal alle Alarmglocken los, ganz klar. Und nein, hier sind keine Verschwörungstheoretiker am Werk, sondern renommierte WissenschaftlerInnen.
Abgesehen davon, mal ganz ehrlich: Wer sich unseren Umgang mit Ressourcen selbstkritisch anschaut, dem leuchtet das sowieso gleich ein.
Der Film zeigt nicht nur dieses Szenario oder stellt wie manch andere Filme dramatisch dar, was wir alles verlieren werden und was es zu betrauern gibt, im Gegenteil! Die französische Schauspielerin Mélanie Laurent und der Aktivist Cyril Dion inspirieren, machen Hoffnung und begeistern für nachhaltige Ideen. Dafür machen sie sich auf den Weg um den Globus, besuchen Menschen und zeigen deren Projekte, alternative Initiativen, sprechen mit AktivistInnen, WissenschaftlerInnen und ExpertInnen.

Der Film ist eingeteilt in 5 Kapitel: Landwirtschaft, Energie, Wirtschaft, Demokratie, Bildung.
Von Urban Farming in Detroit und einer Permakultur-Farm in Frankreich über die Recyclingstrategie San Franciscos und einer beeindruckend nachhaltig wirtschaftenden Briefumschlag-Firma in Frankreich, von alternativen Währungen in britischen Städten und in der Schweiz über das grüne Kopenhagen, eine Akademie für BürgermeisterInnen in einem indischen Dorf und unterschiedliche Kasten, die in einem Haus wohnen, bis zur Bankenkrise in Island und zur finnischen Schule, in der ich meine Schulzeit gerne verbracht hätte. Um nur einige Beispiele zu nennen.

Landwirtschaft, Energie, Wirtschaft, Demokratie und Bildung – alles hängt miteinander zusammen, es ist ein Kreislauf, in dem wir leben und an dessen Rädern wir drehen. Einmal mehr wird mir durch diesen Film bewusst, dass die Herausforderungen unserer Zeit nur gemeistert werden können, wenn wir ganzheitlich denken und handeln und dass es zum Glück weltweit viele Menschen gibt, die genau das bereits tun.

Tomorrow lege ich euch wirklich ans Herz, denn bei aller Information, die ich daraus ziehe, trifft er genau dort hinein. Ich habe noch keinen Film gesehen, der mich mehr motiviert hat, etwas verändern zu wollen und dabei so sympathisch ist. Wir reden hier von einem Dokumentarfilm…davon sollte es unbedingt mehr geben, nicht nur werktags um 23:30 Uhr auf irgendeinem dritten Programm. Als ich Tomorrow im Sommer im Kino gesehen habe, gingen alle Filmgäste aus dem Saal und waren auf dem „Ärmel hoch, lasst uns loslegen und die Welt retten!“-Trip, der aus eigener Erfahrung anhält. Im positivsten Sinne, denn die Angst oder zumindest großen Respekt, den die Studie zu Beginn einflößt, wandelt sich während des Films in Bewunderung für diese vielen kreativen, pfiffigen und vorausschauenden Menschen. Aussagen von ExpertInnen sind teils so pragmatisch und logisch, dass ich beschämt die Hände über dem Kopf zusammen schlage und schreien will: „Ooooh Mann, das ist doch eigentlich sowas von klar! Warum muss das überhaupt noch jemand sagen, nimmt uns mal bitte jemand die Scheuklappen runter?!“

Der Film macht wirklich Spaß, belehrt nicht, ist voller Esprit und bringt zum Lachen und (zumindest mich) auch mal zum Weinen. Teils ohne Plan und Bürokratie entstanden Projekte, Ideen und Schritte in Richtung einer Welt, wie ich mir sie wünsche und vielleicht auch einige von euch?! Am Ende will ich in den Film reinspringen und mittanzen. Großartig finde ich auch die Musik, sehr passend gewählt und dabei von einer Besonderheit, die mich sofort an einen französischen Film denken lassen.

Schaut euch einfach mal den Trailer an um einen Eindruck zu gewinnen:

Außerdem findet ihr auf der Website Tomorrow – Der Film Infos zu den Projekten, zu den ExpertInnen und AktivistInnen, einen Blog, pädagogisches Begleitmaterial, Plakate und Bilder zum Download etc.

Wer partout nicht nachdenken mag, ist möglicherweise falsch bei diesem Film (und hätte gar nicht bis hierher gelesen). Und wer denkt, dass eine bessere Welt nur mit Verzicht einhergehen kann, sieht: Den vorgestellten Menschen geht es super, sie kommen wieder mehr in Kontakt zueinander, sie haben sogar MEHR, mehr Essen aus nachhaltiger Landwirtschaft, mehr Unabhängigkeit, Frieden und Zufriedenheit, sie lernen täglich Neues, Städte und Firmen sparen sogar Geld, sind schöner, grüner usw.
Es ist wichtiger denn je, auf unsere Ressourcen aufzupassen. Wer dafür Ansporn braucht und sehen will, wie genial und effektiv das sein kann, dem sei empfohlen: anschauen! Geeignet ist der Film für alle, egal, ob ihr euch mit den Themen der Kapitel bisher befasst habt oder nicht. Ein Film für Neulinge, Interessierte, KritikerInnen, ExpertInnen, Schulen, PolitikerInnen, PräsidentInnen, IdealistInnen…schaut ihn euch zusammen an, ich glaube, auf dieser Motivations-Welle, die zumindest mich total mitgerissen hat, könnten viele großartige Ideen entstehen!

Tomorrow gibt es als DVD, Blu Ray, VOD und ab Frühjahr als Buch. Das ist doch was für den Wunschzettel, oder?

Zum Abschluss einige Zitate/Gedanken aus dem Film, die mir einfach im Gedächtnis blieben:

„Geld ist ein Mittel, kein Selbstzweck“

„Eine Pfund-Note mit David Bowie ist so viel cooler als jeden Tag die Queen zu sehen“

„Wir haben nicht gefragt, wir haben es einfach gemacht“

„Wenn es begrenzte Ressourcen gibt, wie kann es dann unbegrenztes Wachstum geben?“

„Ein Avatar in einem Videospiel verbraucht so viel Energie wie 40 Äthiopier.“

„Es ist nicht zu spät, aber wir müssen uns bewegen.“

In diesem Sinne: aufwachen, anfangen, weitermachen – jetzt!

 

P.S. Je mehr mir etwas am Herzen liegt, desto mehr klinge ich wie eine Marketing-Maschine. Bin ich allerdings nicht, Werbung wäre natürlich gekennzeichnet und ich arbeite auch nicht für Pandora Film o.ä. 😉

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